Wer hat die Benutzungsstunde erfunden?

Dies ist eine Frage, die ich mir in der Tat auch nach 20 Jahren immer mal wieder stelle. Die Benutzungsstunde kommt gefühlt gleich nach der Blindarbeit, die heute im Grunde vermutlich niemand mehr erklären kann - ... weshalb es der Preis der Blindarbeit auch in den wenigsten Preislisten aus dem Fließtext in eine der umliegenden Tabellen geschafft hat.

In diesen wunderschönen und doch recht übersichtlichen Tabellen finden sich dann aber Angaben zu Arbeits- und Leistungspreisen für die Nutzung der deutschen Energienetze.

Anders als die Blindarbeit hat es die Benutzungsstunde geschafft, sich im Hintergrund in diese Tabellen einzubringen. Und so finden sich dort Spalten oder Zeilen, die extra der Benutzungsstunde folgen und unterschiedliche Preise für mehr oder weniger als 2.500 Benutzungsstunden ausweisen.

Ich konnte hier auch schon einzelne Tabellen beobachten, die Preise bis 2.500 Benutzungstunden angeben und dann weiter ab 2.501 Benutzungsstunden. Wer jetzt weiß, wie diese Angabe, welche der Unterscheidung dienen soll, berechnet wird, der fragt sich wohl unweigerlich, was wohl die Netznutzung bei 2.500,5 Benutzungsstunden kosten wird.

Aber der Energiemarkt ist ein Markt, der gut und gerne rundet, womit sich diese Frage nicht wirklich stellt.

Wenn doch aber solche preislichen Unterschiede gemacht werden, was ist dann so schwer daran, dies einem Abrechnungssystem zu vermitteln?

Nachfolgend sehen wir das Beispiel einer Dezemberrechnung 2018.

Benutzungsstunden sind Glückssache

Über den Fakt, dass die Positionen keinen Leistungszeitraum angeben, möchte ich mich hier nicht weiter auslassen.

Aber wenn man nur mal überschlagsweise den Monatsverbrauch mit 12 multipliziert und dann durch die Leistung teilt, dann erhält man ganz grob geschätzt 3.790 Benutzungsstunden.

Aber weshalb nur werden dann die Preise für die Staffel mit weniger als 2.500 Benutzungsstunden abgerechnet.

Im vorliegenden Fall werden hier ca. 8.500 € zu viel für die Netznutzung 2018 berechnet. Statt der 5,16 ct/kWh fallen dann nämlich nur noch 0,70 ct/kWh als Arbeitspreis an.

Für derartige Preisbewegungen muss heutzutage ein Einkäufer schon sehr lange verhandeln.

Wo ist mein Daiquiri?

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