Nutzer von vorn

Energie im Blick, vom Einkauf bis zur Steuer: So lief das 3. Symposium Kaufmännisches Energiemanagement

22.10.2026
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Wie lassen sich Energiedaten in bessere Entscheidungen übersetzen? Diese Frage stand am 14. Oktober 2026 beim 3. Symposium Kaufmännisches Energiemanagement in Augsburg im Fokus. Expertinnen und Experten in den Bereichen Energiecontrolling, Energieeinkauf und Energiesteuer aus Industrie und Handel diskutierten einen Tag lang Praxisfälle, Rechtsfragen und passende Werkzeuge. Zudem gab es etwas zu feiern: Meine-Energie blickt auf mittlerweile 15 Jahre kaufmännisches Energiedatenmanagement zurück.

Vom Zählerportal zur Komplettlösung


Unser Geschäftsführer Dirk Heinze zeichnete zum Auftakt den Weg von der ersten Plattformversion aus dem Jahr 2011 bis zum heutigen Energiekonto nach. Inzwischen werden mehr als 17.000 gewerbliche Zählpunkte sowie über 5 TWh Strom und Gas über die Lösung gemanaged. Zum Thema Energieeinkauf gab er zudem eine klare Einschätzung ab: Vollversorgung war gestern. An ihre Stelle tritt ein Portfolio aus PPA, kleiner Wasserkraft (SHP), OTC-Bändern und mehr. Der klassische Versorger liefert dabei oft nur noch 20 bis 30 Prozent des Bedarfs. Das Energiekonto macht dieses Portfolio berechen- und steuerbar. Von den insgesamt 242 Neuerungen in der Software im vergangenen Jahr stellte Dirk Heinze zuletzt fünf ausgewählte vor, unter anderem die automatische Rechnungszuordnung über die Lieferadresse und das neue Bilanzchart.


Manuel Frohnholzer von wattline beschäftigte sich im Anschluss mit dem Thema Eigen- und Drittversorgung in der deutschen Industrie und machte hierbei klar: Ein Netzanschlusspunkt ist keine regulatorische Freistellung. Denn nach aktuellen Urteilen von EuGH und BGH zur Kundenanlage gilt Bestandsschutz nur bis Ende 2028 und auch nur für Bestandsanlagen, Neubauten sind hingegen genau zu prüfen. Grundlage jeder sauberen Abrechnung ist auf jeden Fall ein Messkonzept, das der Anlagenbetreiber selbst erstellt. Für Speicher bringt künftig zudem die neue MiSpeL-Regelung interessante Pauschal- und eine Abgrenzungsoptionen.


Herausforderungen bei Zertifizierungen, Portfoliomanagement und Zoll


ISO-Auditor und Berater Jens Hapke zeigte danach am Beispiel einer industriellen Teilereinigungsanlage, wie trügerisch oberflächliche Kennzahlen sein können. In der vorgestellten Beispielrechnung sank etwa der Gesamtverbrauch um 23,1 Prozent, der Verbrauch je Teil stieg aber um 15,4 Prozent, weil der Anteil stark verschmutzter Teile deutlich gewachsen war. Erst ein Referenzmodell mit allen relevanten Einflussgrößen zeigte, dass die Anlage rund 13 Prozent unter dem erwarteten Verbrauch lag. Daraus lässt sich ein klares Fazit ableiten: Eine belastbare Kennzahl braucht ein umfassendes und tiefgreifendes Verständnis des jeweiligen Prozesses.


Martin Skrobisch von der Freudenberg Business Services KG gab dann nach der Mittagspause spannende Einblicke in den Energieeinkauf eines Konzerns mit rund 130 Standorten in Europa, Nordamerika und Asien. Besonders beeindruckte hierbei, dass dieser von einem Kernteam mit lediglich fünf Vollzeitkräften gesteuert wird. Skrobisch betonte in seinem Vortrag, dass sich nur ein Teil des Preises am Markt beeinflussen lässt. Netzentgelte, Abgaben und Steuern machen hier gut die Hälfte aus. Freudenberg setzt deshalb auf eine breite Mischung aus PPA, Terminkontrakten, Spotmengen und Eigenerzeugung, ergänzt um Flexibilität durch Batterien oder Power-to-Heat.


Korbinian Öhy, früher selbst Außenprüfer beim Hauptzollamt Augsburg, ordnete als letzter externer Vortragender die aktuelle Rechtslage hinsichtlich Steuern und Zoll ein. Aktuelles Thema war dabei die Stromsteuerentlastung für das produzierende Gewerbe, die seit 2026 dauerhaft bei 20 Euro je MWh liegt. Eigenerzeugung sei darüber hinaus laut Öhy kein Steuerfreibrief. Der Anlagenbegriff müsse deshalb neu abgeglichen werden, auch bei Bestandsanlagen. Wie der Zoll konkret prüft – risikoorientiert und entlang der Energiebilanz – erklärte er zudem anschaulich aus eigener Erfahrung.


Die Meine-Energie-Roadmap


Für den kurzfristig verhinderten Tobias Wulsch, Entwicklungsleiter bei Meine-Energie, übernahm abschließend das Meine-Energie-Team den Ausblick auf die kommenden Entwicklungen. Die anstehende neue Softwareversion bringt aktuelle Technik unter der Haube bei nahezu gleicher Optik und ist das Fundament für eine überarbeitete Oberfläche. In Erprobung sind zudem unter anderem ein Datenraum für Auswertungen, eine automatische Erkennung von Verbrauchsauffälligkeiten und ein Belegdesigner, der Rechnungen als PDF, ZUGFeRD oder XRechnung ausgibt, sowie ein Bot, der Fragen auf Basis des Handbuchs beantwortet. Außerdem im Blick: die geplante Netzentgeltreform AgNes, nach der ab 2029 eine bestellte Kapazität statt der Jahreshöchstlast über den Leistungspreis entscheidet.


Meine-Energie bedankt sich bei allen Referenten für ihr Wissen und ihre Offenheit sowie bei allen Teilnehmenden für Fragen, Erfahrungen und die Gespräche in den Pausen. Wir freuen uns auf das Wiedersehen beim 4. Symposium Kaufmännisches Energiemanagement im kommenden Jahr.

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Unter dem Motto „Energie ist einfach“ bietet die Meine-Energie GmbH ein webbasiertes Komplettwerkzeug für das kaufmännische Energiemanagement. Es unterstützt vielfältige Prozesse wie das Energiecontrolling, die Erstellung von Energiebilanzen, das Verwalten von Kosten und Verbräuchen, die detaillierte Kosten- und Verbrauchsplanung, die Weiterverrechnung von Energiekosten, den Energieeinkauf sowie die Rechnungsprüfung. Zu den Kunden gehören Einzelhandelsketten wie die Müller Drogeriemärkte ebenso wie Industrieunternehmen, etwa die ZF Friedrichshafen AG. Weitere Zielbranchen sind das Logistikgewerbe, Hotel- und Gastronomieketten, Facility Management-Dienstleister sowie andere Unternehmen und Institutionen. Derzeit werden mehr als 17.000 gewerbliche Zählpunkte mit ihren Verträgen und mehr als 5 Terawattstunden Strom und Gas über meine-energie.de erfasst und verarbeitet.